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  • Geschichte des Turnvereins Gerzensee

    Die Gründung

    An einem Turnverein Gerzensee fand die Bevölkerung in den 40er Jahren keine grosse Begeisterung. Es war jene Zeit, als alles Neue kritisch betrachtet wurde. Folglich lehnte der damals amtierende Gemeinderat auch das Begehren von jungen, turnwilligen Burschen aus Gerzensee und den umliegenden Dörfern ab. Nichts desto trotz gründeten ein gutes Dutzend Männer, durch die Initiative des mittelländischen Verbandsoberturners, Emil Kern, angetrieben, am 10. April 1947 den langersehnten Turnverein. Im Gründungsprotokoll wurden die folgenden Ziele und Zwecke des Vereins festgehalten: "Der Turnverein Gerzensee wird in Erkennung und Würdigung der nützlichen und wohltuenden Einwirkungen des Turners, die allseitige körperliche Ausbildung seiner Mitglieder durch seine Vielgestaltung zu erreichen und sie für alles Schöne, Gute und Edle zu begeistern suchen. In Verbindung mit der Pflege treuer Kameradschaft inner- und ausserhalb des Vereins erstrebt er ferner die Heranbildung der Jungmannschaft zu gesunden, tüchtigen und brauchbaren Männern."

    Zu eben dieser Heranbildung der Jungmannschaft wurde im Jahre 1951 die Jugendriege gegründet. Wie für die aktiven Turner hiess es auch für die Jugend, ein möglichst vielseitiges Turnprogramm anzubieten.

    Die Gründungssektion am Eidgenössischen Turnfest 1947 in Bern Hintere Reihe von links nach rechts: Paul Zahn, Werner Thierstein, Jakob Reusser, Ernst Kurz, Emil Kern, Ernst Zehnder, Karl Hossman. Vordere Reihe von links nach rechts: Ernst Pulfer, Heinz Hänni, Paul Hänni, Gottfried Brügger, Walter Kernen, Fritz Schweizer, Hans Riem. Es fehlen: Eduard Burkhalter und Ernst Meyer

    Die ersten Jahre

    Die jungen Männer hatten es aber nicht einfach, ihren Wunsch in Erfüllung zu bringen. Turnhalle und Geräte gab es in Gerzensee zu dieser Zeit keine. Dadurch musste in den Saal des damaligen Gasthof Kreuz oder andere Räumlichkeiten, wie etwa dem "Bären- Saal", in eine Dreschhütte oder einen Schopf ausgewichen werden. Geräte wurden zu dieser Zeit von umliegenden Vereinen benutzt. Nach dem Bau des heutigen Schulhauses im Jahre 1954, verbesserte sich die Situation. Alle Übungsplätze waren an einem Ort konzentriert. Als die Turner jedoch immer besser wurden, reichten die vorhandenen Anlagen zum Teil nicht mehr aus. Folglich musste zum Beispiel eine neue, längere Kugelstossanlage gebaut werden. Im Winter musste zu dieser Zeit jedoch immer noch in den erwähnten Gebäuden geturnt werden, da an das Schulhaus keine Turnhalle angebaut wurde.

    Die "neuen" Riegen

    Am 8. Oktober 1962 machten sich auch die Frauen und "Töchter" zur Gründung einer eigenständigen Riege auf. Auch die Damen- und die, im Jahre 1964 gegründete, Mädchenriege, trainierten viele Jahre ohne "festes Dach über dem Kopf", bis 1975 der Bau der langersehnten Turnhalle abgeschlossen wurde. Noch im gleichen Jahr wurde eine Männer- und eine Frauenriege gegründet. Somit wurde den Turnenden die Möglichkeit geboten, auch nach der "Aktivzeit" in Turnverein oder Damenriege noch ihrem Hobby frönen zu können. Neben den wöchentlichen Turnstunden pflegen diese beiden, auf eigenen Füssen stehenden, Riegen auch heute noch ein vielfältiges kulturelles Programm. Auch das MUKI-Turnen wurde im Baujahr der Turnhalle aus der Taufe gehoben.

    Das "Bühlhüttli"

    Nicht nur der erwähnte Bau einer Turnhalle brachte in de 70er-Jahren Veränderungen im Vereinsleben mit sich, sondern auch die Pacht des "Bühlhüttli" im Jahre 1969. Der Gedanke einer eigenen Klubhütte entstand auf einer Bergtour. Sodann beschloss man an der folgenden Hauptversammlung eine Kommission zu gründen, mit dem Auftrag nach einem geeigneten Objekt Ausschau zu halten. An der Niesenkette wurde schliesslich ein Berghüttli gefunden- die Bühlhütte. Dank unzähligen Tagwerken der Turnenden konnte sie den Zwecken des Turnvereins angepasst werden. Die Bühlhütte wurde in den folgenden Jahren Ort mancher schönen und unvergesslichen Feste, bis der Pachtvertrag im Jahre 1989, zwecks Eigengebrauch des Besitzers, nicht mehr erneuert wurde.

    Die Fusion

    In den 90er-Jahren kamen schwierigere Zeiten dem Turnverein und der Damenriege entgegen. Zwar konnte 1990 mit der Gründung des KITU das Angebot ein weiteres Mal ausgebaut werden, doch die Gründungen neuer Sportvereine in und um Gerzensee und die wachsende Mobilität der Bevölkerung brachten für die Turner und Turnerinnen einen Mitgliederschwund mit sich casino room. Daher beschlossen Turnverein und Damenriege per 15. September 1995 zu fusionieren. Davon erhoffte man sich, auch in Zukunft alle Ämter besetzen zu können und von der bereits sehr guten Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen vermehrt profitieren zu können. Knapp zwei Jahre später bestritten die zwei Aktivriegen anlässlich des Zürcher-Oberländischen Verbandsturnfests ihren ersten Vereinswettkampf als Gesamtverein mit überaus gutem Erfolg (1. Platz, 2. Stärkeklasse).

    Der Turnverein heute

    Heute bietet der Turnverein und seine Unterriegen über 150 Turnenden in jedem Alter und von beiden Geschlechtern die Möglichkeit, sich einmal oder mehrmals wöchentlich sportlich zu betätigen. Neben dem eigentlichen Ziel der Vereinsgründer, "die allseitige körperliche Ausbildung seiner Mitglieder durch seine Vielgestaltung zu erreichen", verfügt der Turnverein mit der Gymnastikriege (Damen und Herren) und den Korbball-Teams (Herren) auch für jene aktiven Turnerinnen und Turner über ein Angebot, welche zielorientierte Trainings vorziehen.

    Wichtige Ereignisse

    1997 Erster gemeinsamer Turnfestwettkampf des Gesamtturnvereins (Adliswil)
    1995 Turnverein und Damenriege fusionieren zu einem Verein mit einer administrativen Leitung und neuen Statuten
    1990 Beginn KITU (Kinderturnen)
    1989 Die Ära "Bühlhüttli" geht zu Ende
    1984 Zweite Fahnenweihe
    1975 Beginn MUKI-Turnen (Mutter/Vater- und Kind-Turnen)
    1975 Gründung der Männerriege Gerzensee
    1975 Gründung der Frauenriege Gerzensee
    1975 Erstes Turnen in der gemeindeeigenen Turnhalle
    1969 Miete des "Bühlhüttli" im Diemtigtal
    1962 Gründung der Mädchenriege Gerzensee
    1962 Mit dem Restaurant Kreuz verbrennt auch das Übungslokal des Turnvereins
    1962 Gründung der Damenriege Gerzensee
    1951 Erste Fahnenweihe
    1951 Gründung der Jugendriege Gerzensee
    1947 Gründung des Turnverein Gerzensee